Zhanna Isingarina, Kommissarin der Civic Alliance Kasachstans für Ideologie, Ethik und Humanisierung, Vizepräsidentin des Lions Club Almaty
Regionale UNO-Präsenz: Warum das neue Zentrum in Almaty mehr als nur ein Büro ist
Die Eröffnung des Regionalzentrums der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung in Zentralasien und Afghanistan in Almaty ist ein Meilenstein für Kasachstan und die gesamte Region. Diese Plattform wurde nicht zufällig in Almaty eingerichtet – sie ist Ausdruck der internationalen Anerkennung der aktiven Rolle Kasachstans bei der Förderung globaler Werte, insbesondere der Agenda 2030.
Kasachstan zeigt nicht nur ein Bekenntnis zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs), sondern übernimmt auch praktische Verantwortung für deren Umsetzung. Das Zentrum in Almaty wird zu einem Schlüsselinstrument, das Analytik, Koordination und Bildung auf regionaler Ebene vereint.
Erfolge und Prioritäten Kasachstans bei der Umsetzung der SDGs
Seit dem Amtsantritt von Präsident Tokajew hat Kasachstan seine SDG-Strategie auf ein neues Niveau gehoben. Die nationale Agenda wurde institutionell gestärkt – mit einem Koordinationsrat, parlamentarischer Kontrolle und der Integration der SDGs in zentrale Entwicklungsdokumente wie den Nationalen Entwicklungsplan bis 2029 und die Klimastrategie bis 2060.
Der dritte Freiwillige Nationale Bericht von 2025 hob sich durch seinen umfassenden Charakter hervor und deckte alle 17 SDGs ab, mit einem besonderen Fokus auf Armutsbekämpfung, Geschlechtergleichstellung, erneuerbare Energien und soziale Gerechtigkeit. Besonders hervorzuheben ist die neue Rubrik „Generation SDG“, in der jugendliche Initiativen vorgestellt werden.
Almaty-Initiative: Humane Zukunft beginnt heute
Ein weiterer innovativer Schritt ist die sogenannte „Almaty-Initiative für verantwortungsvollen Umgang mit Tieren“. Diese Initiative geht weit über den Tierschutz hinaus – sie ist Ausdruck einer neuen Ethik des Zusammenlebens. Kasachstan positioniert sich damit als Verfechter von Bioethik, Respekt und zivilisatorischem Fortschritt.
Die Initiative wurde von zivilgesellschaftlichen Akteuren, darunter der Civic Alliance Kasachstans, dem Lions Club Almaty, dem Öffentlichen Rat von Almaty und dem Zentrum für Volksdiplomatie, vorangetrieben. Heute vereint sie viele NGOs, Meinungsführer und engagierte Bürger in einem breiten Bündnis.
Tierschutz als Teil nationaler Sicherheit
In Kasachstan ist klar geworden: Tierschutz ist kein Randthema mehr. Der Schutz wehrloser Wesen ist ein Prüfstein für die Humanität der Gesellschaft und hat direkten Einfluss auf das Niveau von Gewalt, Gleichgültigkeit und sozialer Desintegration. Daher sind Menschenrechte und Tierrechte untrennbar miteinander verbunden. Wer Tiere schützt, schützt letztlich auch Kinder, Senioren und alle schutzbedürftigen Menschen.
Die Almaty-Initiative umfasst:
- Annahme internationaler Resolutionen
- Bildung von Standards für Kommunen
- Öffentliche Anhörungen und gesetzgeberische Debatten
- Aufklärungskampagnen und Bildungsprogramme für Jugendliche
- Entwicklung des Modells der „humanen Stadt“
Soft Power made in Kasachstan
Die Stärke Kasachstans liegt nicht nur in seinen Rohstoffen oder geopolitischen Verbindungen, sondern zunehmend in seinen ethischen Initiativen. In Zeiten globaler Unsicherheit bietet Kasachstan ein Modell für soziale Verantwortung, nachhaltige Entwicklung und Zivilgesellschaft im 21. Jahrhundert.
In diesem Zusammenhang ist auch die Zusammenarbeit mit Deutschland von besonderer Bedeutung. Deutschland ist nicht nur ein wirtschaftlicher Partner Kasachstans, sondern auch ein Verbündeter in Fragen der Humanisierung, Ethik und Entwicklung. Gemeinsame Projekte in den Bereichen Bildung, Tierschutz, Digitalisierung und Nachhaltigkeit bilden ein starkes Fundament für zukünftige Zusammenarbeit.
Ein Beispiel für regionales Leadership
Mit der Einrichtung des UNO-Zentrums in Almaty und der erfolgreichen Umsetzung der SDGs unter der Führung von Präsident Tokajew sendet Kasachstan ein starkes Signal an die Welt: Ein mittelgroßes Land kann Vorbild sein. Humanität, Verantwortlichkeit und nachhaltige Entwicklung sind keine abstrakten Konzepte, sondern konkrete politische Praxis.