Die Stadt Frankfurt will das Konzert des umstrittenen Musikers verbieten. Eric Clapton, Susan Sarandon und weitere Promis wollen das rückgängig machen.

Wegen der geplanten Absage des Konzertes von Roger Waters („Pink Floyd“) kommt die Stadt Frankfurt weiter nicht zur Ruhe. Als Reaktion auf die Entscheidung des Frankfurter Stadtrates haben prominente Künstler und Menschenrechtsaktivisten eine Petition unterzeichnet, in der sie die Bundesregierung auffordern, das Verbot aufzuheben. Zu den Unterzeichnern zählen etwa US-Schauspielerin Susan Sarandon, die Musiker Peter Gabriel und Eric Clapton oder der Intellektuelle Noam Chomsky. Das berichtet das linke US-Online-Magazin „CounterPunch“. Unterschrieben haben bislang mehr 2.500 Menschen.

Das Konzert in Frankfurt soll ursprünglich am 28. Mai stattfinden. Es ist als Abschlusskonzert der „This Is Not a Drill“-Tour geplant. Die Geschäftsführung der Messe war von ihren Gesellschaftern, der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen, angewiesen worden, den Auftritt des früheren Pink Floyd-Sängers abzusagen. Noch aber ist es nicht abgesagt, allerdings will die Messe die Anweisung der Gesellschafter umsetzen, berichtet die „Frankfurter Rundschau“.

Hintergrund der geplanten Absage sind israelfeindliche Aussagen von Waters. So verglich er den Staat Israel mit dem Apartheidsregime Südafrikas, ließ bei Konzerten einen Ballon in Form eines Schweins mit Abbildungen des Davidsterns in die Luft steigen und verglich in einem Interview mit „CounterPunch“ die Politik Israels im Umgang mit den Palästinensern direkt mit dem Holocaust. Waters unterstützt außerdem die Bewegung „Boycott, Divestment, Sanctions“ (BDS), die das Land Israel politisch und kulturell isolieren will sowie in Teilen als antisemitisch gilt.

Vorwurf: Deutsche Behörden würden Waters diskreditieren

Gestartet wurde die Petition von der Journalistin Katie Halper. In der Petition auf „change.org“ schreibt sie: „Wir Künstler, Musiker, Schriftsteller und andere Personen und Organisationen des öffentlichen Lebens sind zutiefst beunruhigt über die jüngsten Bemühungen deutscher Behörden, den Musiker Roger Waters zu diskreditieren und zum Schweigen zu bringen.“

Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch, Israels B’Tselem, Organisationen der Vereinten Nationen und südafrikanische Beamte hätten Israel ebenso als Apartheidstaat bezeichnet, heißt es. „Daher haben viele dieser Organisationen und Einzelpersonen den Vergleich zwischen Israel und dem Südafrika der Apartheid-Ära gezogen.“

Absage von Konzert auch in Köln gefordert

Am Ende der Petition kritisiert Halper die Stadt Frankfurt und das Land Hessen. „Die Beamten, die Waters verunglimpfen, führen eine gefährliche Kampagne, die Kritik an der illegalen und ungerechten Politik Israels absichtlich mit Antisemitismus in einen Topf wirft.“ Durch diese Verquickung werde das antisemitische Klischee aufrechterhalten, dass Juden als einen Monolithen darstelle, der Israel blindlings unterstützen würde. „Einige der lautesten Kritiker Israels sind Juden. Aber diejenigen, die Antisemitismus als Waffe einsetzen, tragen gerne dazu bei.“

Durch die Absage des Konzertes droht der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen möglicherweise Schadensersatzforderungen von bis zu 2,7 Millionen Euro, berichtet der „Rolling Stone“. Auch in Köln, wo Waters am 9. Mai auftreten soll, stemmen sich nun mehrere Parteien gegen das geplante Konzert. Die Grünen, CDU, SPD, FDP, Volt und die Klima Freunde haben in einem offenen Brief die Absage des Konzertes gefordert. Auch in Hamburg, Berlin und München gibt es Proteste.

Quelle: https://www.t-online.de/region/frankfurt-am-main/id_100143344/roger-waters-konzert-promis-starten-petition-wegen-moegliche-absage-in-frankfurt.html