Beinah ein Jahr lang lag der Tourismus brach. Und jetzt, wo es langsam wieder losgeht und wir uns alle auf den nächsten, großen Urlaub freuen, explodieren die Mietwagenpreise!

Auf Mallorca beispielsweise kosten selbst Kleinwagen wie ein Nissan Micra in der Pfingstwoche rund 700 Euro. Wer einen Mittelklassewagen möchte, ist ab 800 Euro dabei. Und wenn’s ein Van für eine größere Gruppe sein muss, kostet das aktuell rund 1400 Euro – pro Woche!

Gegenüber der „Mallorca Zeitung“ beschwerte sich eine Frau: „Einen Fiat 500 konnte man am 2. Mai noch für 370 Euro für zwei Wochen buchen. Heute liegt der Preis bei 990 Euro! Normal habe ich um diese Zeit maximal 250 Euro bezahlt.“

 

Die Lage dürfte sich auch in den kommenden Wochen nur wenig entspannen. Für die letzte Juniwoche beispielsweise rufen die Anbieter auf Mallorca auch schon 430 Euro auf – für einen Kleinwagen!

Woran liegt’s? Angebot und Nachfrage.

► Als die Mietwagenfirmen Anfang des Jahres ihre Planungen machten und Wagen bei den Autofirmen bestellten, wusste niemand, wie sich die Corona-Pandemie weiterentwickeln würde. Also bestellte man lieber weniger – um nachher nicht auf den Fahrzeugen sitzen zu bleiben.

► Selbst die Autohersteller haben ein Problem, ausreichend Wagen zu produzieren. Denn aufgrund der Pandemie herrscht ein massiver Halbleiter-Mangel.

► Und ja, natürlich gibt es unter Mietwagenfirmen auch schwarze Schafe, die einfach nur abkassieren wollen.

Als renommiert gilt hingegen das Portal billiger-mietwagen.de. Doch auch dort gibt es wenig Hoffnung, dass Buchungen in diesem Jahr wirklich billiger werden.

Dem Portal zufolge ist durchschnittlich mit bis zu 20 Prozent höheren Preisen rechnen. Eine Auswertung von rund drei Millionen Suchanfragen ergab: Immer mehr Menschen planen eine Urlaubsreise. Seit April habe sich das Interesse mehr als verdreifacht.

Nicht nur Mallorca ist gefragt. In Frankreich sind Mietwagen demnach 14 Prozent und Ferienwohnungen 32 Prozent teurer, in Großbritannien sogar 35 und 55 Prozent.

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