Wo in Deutschland werden die meisten Autos gestohlen – und wo bleiben die Besitzer am Ende oft auf ihren Kosten sitzen?

Berlin ist mit großem Abstand das beliebteste Pflaster für Autodiebstahl.

Auf 100 000 versicherte Pkw kamen in der Hauptstadt im vergangenen Jahr 356 Diebstähle – so viele wie in keinem anderen Bundesland.

Das geht aus der aktuellen „Polizeilichen Kriminalstatistik“ (PKS 2020) des Bundeskriminalamts und Daten des Kraftfahrt-Bundesamts hervor.

Auf den Plätzen zwei und drei der Bundesländer mit den meisten Autodiebstählen je 100 000 zugelassener Pkw landen Hamburg (160 Diebstähle) und Brandenburg (123 Diebstähle).

BUNDESLAND AUTODIEBSTÄHLE PRO 100 000 ZUGELASSENE PKW
Berlin 356
Hamburg 160
Brandenburg 123
Bremen 97
Sachsen-Anhalt 74
Sachsen 70
Nordrhein-Westfalen 51
Schleswig-Holstein 45
Thüringen 43
Saarland 41
Mecklenburg-Vorpommern 38
Niedersachsen 37
Rheinlands-Pfalz 30
Hessen 25
Bayern 19
Baden-Württemberg 18

Das Problem: Wenn man Pech hat, bleibt man auf den Kosten sitzen. Dann nämlich, wenn es zum Schutz des Autos bei der erforderlichen Haftpflichtversicherung belässt und keine Kasko-Versicherung abschließt.

Die größten Versicherungsmuffel sind dabei ausgerechnet die Berliner — trotz der hohen Diebstahlquote. Möglich, dass es am Preis liegt. Denn die hohe Diebstahlquote wirkt sich auf die Beitragsberechnung der Versicherer aus – werden also häufiger Fahrzeuge gestohlen, wird gleichzeitig die Kasko-Versicherung teurer.

Noch niedriger als in Berlin ist der Kasko-Anteil nur im Saarland, dort werden jedoch auch unterdurchschnittlich viele Pkw gestohlen.

„Ein gestohlenes Auto ist ärgerlich genug, mit einer Kaskoversicherung bleiben Fahrzeughalter wenigstens nicht auf den Wiederbeschaffungskosten sitzen“, sagt Dr. Rainer Klipp, Geschäftsführer Kfz-Versicherungen bei CHECK24. „Dafür müssen sie jedoch einige Dinge beachten. Der Wagen muss z. B. gewissenhaft abgeschlossen sein und ein Diebstahl direkt der Polizei und der Versicherungsgesellschaft gemeldet werden.“

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